Bei einem Roll Over Kredit handelt es sich um eine Kreditvergabe an Großkunden wie z.B. Unternehmen, öffentliche Institutionen oder Staaten. Die Laufzeit des Roll Over Kredites liegt bei mindestens 5 Jahren, was ihn dadurch zu einem langfristigen Engagement für den Kreditnehmer macht.

Anders als bei standartisierten Krediten unterliegt der Roll Over Kredit keiner festen Verzinsung, sondern hat einen variablen Zinssatz. Dieser wird in regelmäßigen Abständen angepasst und orientiert sich an Interbanken Zinssätzen wie dem EURIBOR oder dem LIBOR, die als Referenzinssatz dienen. In der Regel erfolgt die Zinsanpassung alle 3 oder 6 Monate, was vertraglich geregelt sein muss. Je nach Marktsituation und Höhe des Referenzzinssatzes ist der Zinssatz des Roll Over Kredites demnach unterschiedlich hoch.

Zusätzlich zum Referenzzinssatz erhebt der Kreditgeber einen Aufschlag, den sogenannten Spread. Dieser richtet sich in seiner Höhe weitesgehend nach der wirtschaftlichen und finanziellen Lage des Kreditnehmers. Der Spread stellt demnach für die Bank nicht nur einen Zinsertrag dar, sondern dient auch zur Risikoabsicherung. Da der Zinssatz variabel ist, wird die Kalkulation der Zinsbelastung für den Kunden bei Aufnahme des Kredits erschwert. Dies ist der Grund weshalb diese Form des Kredites privaten Kunden nicht angeboten wird. Im Privatkundengeschäft gibt es ähnliche Varianten, wobei zum Schutz des Verbrauchers eine Zinsobergrenze vereinbart wird.

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